Anfrage der CDU zur Verkehrssicherheit auf der B56n
Bürgermeister Gerard Küsters hat zur Anfrage der CDU-Fraktion im Gemeinderat zur Verkehrssicherheit auf der B56n Stellung genommen. Dabei geht es insbesondere um die Häufung schwerer Verkehrsunfälle und die damit verbundene Belastung der Freiwilligen Feuerwehr Selfkant. Die vollständige Anfrage der CDU-Fraktion finden Sie als PDF im Anhang dieses Berichts.
Antwort Bürgermeister Gerard Küsters in der Gemeinderatssitzung 17.09.2026
Anfrage der CDU zur Verkehrssicherheit auf der B56
Die Anfrage der CDU-Fraktion greift ein wichtiges und sensibles Thema auf, das die Gemeinde Selfkant in besonderer Weise berührt. Dabei dürfen die Verkehrsunfälle nicht allein anhand von Zahlen betrachtet werden. Neben den unmittelbaren Folgen für die Betroffenen und deren Angehörige rücken insbesondere die Auswirkungen auf unsere Rettungskräfte und die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr in den Fokus. Gerade schwere Verkehrsunfälle und Einsätze mit tödlichem Ausgang stellen für alle Beteiligten eine erhebliche psychische und emotionale Belastung dar.
Die Unfallzahlen auf dem im Selfkant gelegenen Abschnitt der B56 stellen sich wie folgt dar:
- 2022: 4 Verkehrsunfälle
- 2023: 3 Verkehrsunfälle
- 2024: 1 Verkehrsunfall
- 2025: 2 Verkehrsunfälle
- 2026: 6 Verkehrsunfälle, davon 2 mit tödlichem Ausgang
Die Auswertung bezieht sich auf den gesamten Streckenverlauf der B56 innerhalb des Gemeindegebiets des Selfkants.
Nach polizeilicher Bewertung liegen auf dieser Strecke derzeit keine Voraussetzungen für die Einstufung einer Unfallhäufungsstelle vor. Ebenso befindet sich kein Abschnitt der B56 in einer entsprechenden Voruntersuchung.
Die beiden Verkehrsunfälle mit Todesfolge aus dem Jahr 2026 sind derzeit noch Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Daher können hierzu keine näheren Angaben gemacht werden. Bei mindestens einem dieser Verkehrsunfälle wird nach aktuellem Stand zudem in Richtung eines möglichen Suizidgeschehens ermittelt.
Bei einzelnen Verkehrsunfällen der vergangenen Jahre wurden als Unfallursachen unter anderem Sekundenschlaf oder andere persönliche Fehlverhaltensweisen der Fahrzeugführer festgestellt. In diesen Fällen bestehen weder für den Straßenbaulastträger noch für die Kommune oder die Polizei unmittelbare Möglichkeiten, die Unfallursachen durch bauliche oder verkehrsrechtliche Maßnahmen zu beeinflussen.
In der Gesamtbetrachtung ergibt sich aus polizeifachlicher Sicht keine Unfallauffälligkeit an einer bestimmten Stelle der B56 im Streckenverlauf durch den Selfkant. Auch im Vergleich zur B221 weist die B56 keine erhöhte Unfallbelastung auf.
Unabhängig von dieser fachlichen Bewertung bleibt jedoch festzuhalten, dass jeder schwere Verkehrsunfall menschliches Leid verursacht und unsere Einsatzkräfte vor große Herausforderungen stellt. Vor diesem Hintergrund sollte gemeinsam mit der Feuerwehrleitung geprüft werden, wie die Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr noch besser auf die Bewältigung besonders belastender Einsatzlagen vorbereitet und begleitet werden können. Hierzu gehören sowohl die fachliche Ausbildung als auch die Sensibilisierung für die psychischen Belastungen, die mit solchen Einsätzen verbunden sein können.