Ein informativer Abend zum Thema Organspende. 

Am 28. Januar fand im Rathaus in Tüddern die Veranstaltung ‘ Organspende ‘ der CDU Gemeindeverbände Gangelt, Selfkant und Waldfeucht statt. Besonders herzlich begrüßt wurden der CDU Generalsekretär Josef Hovenjürgen, die Spezialistin  für Nierentransplantation an der Uniklinik RWTH Aachen PD Dr. med. Anja Mühlfeld und der Vorsitzende des Aachener Fördervereins für Organtransplantation Herr Linn, selbst Nierentransplantiert.

 

Seit der Forderung einer Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Spahn wird die Organspende in den Medien wieder sehr kontrovers diskutiert.

Mehr als 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein passendes Spenderorgan. 2017 gab es jedoch nur 800 Spender.

Generalsekretär Hovenjürgen nahm dies zum Anlass darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, einen Organspende Ausweis zu besitzen und vor allem seine Mitmenschen davon zu überzeugen. 

Durch den Organspende Skandal 2012, hätten die Menschen immer noch Berührungsängste sich zu Lebzeiten mit der Organspende auseinanderzusetzen und dafür zu entscheiden. 

„Jeden kann es treffen, ob persönlich, in der Familie, Freunde oder Kollegen“, so Hovenjürgen, wir müssen die Wartezeit drastisch kürzen. „Es kann nicht sein, dass man auf ein passendes Organ meist bis zu 6 Jahren warten muss.”

 

Der Aachener Förderverein für Organtransplantation, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen über Organspende sachlich zu informieren, um Ängste und Vorbehalte abzubauen. 

Ingo Linn, Vorsitzender des Aachener Fördervereins für Organtransplantation, ist Nierentransplantiert seit seinem 16. Lebensjahr. Seine Niere funktionierte nicht mehr und er musste 3-4 wöchentlich zur Dialyse, um weiter leben zu dürfen. 

Die Dialyse beschrieb er wie einen Marathon. Aber nicht nur die Dialyse war pure Anstrengung für den damals 16 Jährigen, sondern auch alles andere. Er musste eine spezielle Diät einhalten und auf all das verzichten, was ein junger Erwachsener sonst so macht.

 

Dadurch, dass Ingo Linn sehr lange auf der Warteliste stand und für ihn keine passende Niere gefunden wurde, erklärte sich seine Mutter dazu bereit, ihm ihre Niere zu spenden.

Bis heute, knapp 30 Jahre später, ist er ihr sehr dankbar.  „Ich muss heute noch ein paar Tabletten nehmen, Gott sei Dank nicht mehr so viele wie damals, aber damit kann ich ganz gut leben. Ich muss nicht mehr mein Leben nach der Dialyse richten, das war teilweise eine riesen Herausforderung“, so Ingo Linn.

 

PD Dr. med. Anja Mühlfeld ist Spezialistin für Nierentransplantationen an der Uniklinik RWTH Aachen.

In einer sehr umfangreichen Präsentation, informierte Sie die Zuhörer über die Aufgaben der Nieren, den Ablauf einer Nierentransplantation vom Feststellen des Hirntodes bis hin zur Organentnahme und die Organisation der Organspende in Deutschland. 

Die Nieren dienen zur Regulation des Salz- und Wasserhaushalt im Körper und scheiden die Endprodukte des Stoffwechsels und körperfremde Stoffe aus. Ein Patient mit einer geschwächten Niere, darf pro Tag höchstens 1 Liter Wasser zu sich nehmen inklusive Nahrung. Die Dialyse, ersetzt die Nierenfunktion und hält den Patienten neben vielen Medikamenten am Leben. 

 

Auch den Ablauf einer Organtransplantation beschrieb Dr. Mühlfeld den Zuhörern. Erleidet ein Patient z.B. nach einem Herzstillstand  einen irreversiblen Hirnfunktionsausfall, d.h. einen Hirntod, müssen zwei unabhängige Ärzte den Hirntod des Patienten durch ein 3-stufiges Schema, welches von der Bundesärztekammer festgelegt wird, diagnostizieren. Im Anschluss daran führen die Ärzte Gespräche mit den Angehörigen und holen das Einverständnis zur Organentnahme. Sind die Ärzte dann im Besitz der Einverständniserklärung, nehmen die Ärzte Kontakt mit der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) auf. Die Aufgabe der DSO ist die bundesweite Koordination von Organspenden. Das Spenderorgan wird untersucht und die Ergebnisse werden an Eurotransplant weitergeleitet. Eurotransplant sucht durch ein Rechensystem einen entsprechenden Empfänger von den Wartelisten und nimmt Kontakt mit dem Transplantationszentrum auf. Der Organtransport wird durch die DSO zum Transplantationszentrum organsiert, wo der Empfänger auf das Organ wartet.

 

In Deutschland gibt es insgesamt 46 Transplantationszentren, darunter auch die Uniklinik RWTH Aachen. Die Transplantationszentren haben die Aufgaben, die Patienten auf eine Organspende vorzubereiten, die Organübertragung durchzuführen sowie die psychische Behandlung während der gesamten Organübertragung sicher zu stellen. 

 

Am Ende dieser interessanten und sachlich informativen Veranstaltung bedankten sich Anna Stelten, Vorsitzende der CDU Selfkant und Bürgermeister Herbert Corsten bei den Referenten und überreichten als Dankeschön ein Sparschwein, das am Abend während der Veranstaltung mit Spendengeldern gefüllt worden war.

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